Wer steckt hinter der Pferdeversicherung? Ein Interview mit unseren Expertinnen Alina Voigt und Barbara Schütz.

Eine Versicherung entwickelt sich stetig weiter, weil sich das Umfeld und die Kundenbedürfnisse immer weiter verändern. Deshalb sind bei der Münchener & Magdeburger Agrar (MMAgrar) Experten beschäftigt, die sich mit ihrem Thema auch wirklich auskennen. Die Pferdeversicherung betreuen deshalb Alina Voigt und Barbara Schütz. Alina Voigt ist Underwriterin bei der MMAgrar. Das heißt, sie ist mitverantwortlich für die Entwicklung neuer Versicherungen und erarbeitet individuelle Konzepte für Betriebe oder auch Tierkliniken. Barbara Schütz managt die Versicherung aus der Versicherungszentrale heraus. Die beiden verbindet die Liebe zu den Pferden und mittlerweile auch eine Freundschaft.

Wie sieht ein typischer Tag – außerhalb von Corona-Zeiten – bei Ihnen aus?

Alina Voigt

Alina Voigt: Typisch? Das Schöne ist, einen immer gleichen Tagesablauf habe ich nicht. Jeder Antrag, jeder Betrieb und jedes Pferd ist anders, darum bleibt meine Tätigkeit immer spannend und abwechslungsreich. Es gibt Zeiten, so wie jetzt durch Corona, in denen ich viel am Schreibtisch sitze, Anträge und tierärztliche Gutachten prüfe. Oft muss ich sehr schnell reagieren, wenn ein Pferd ge- oder verkauft wurde oder einen Transport antreten soll. Nach „Corona“ kommen dann auch (hoffentlich bald) wieder Schulungen, Tagungen und Betriebsbesichtigungen hinzu. Am meisten Freude habe ich natürlich bei Terminen mit „Stallgeruch“.

Sie sind Pferdeliebhaberin und brennen für das Thema. Wie sind Sie bei einer Versicherung gelandet?

Barbara Schütz

Alina Voigt: Als Agrarwissenschaftlerin hatte ich im Studium die Tätigkeit bei einer Versicherung sicher nicht an obsterster Stelle auf meiner Liste, bis ich eine sehr interessante Stellenausschreibung eines Versicherers am schwarzen Brett der Universität gesehen habe. Ich habe mich im Bachelorstudium auf den Bereich Pferdemanagement spezialisiert und einige Zeit auf einem Gestüt im Ausland verbracht. Nach dem Master folgte dann die Ausbildung zur Versicherungsfachfrau. Es kommt also zweitens immer anders als man erstens denkt und ich freue mich jeden Tag daran, Hobby und Beruf zu verbinden.

Barbara Schütz: Ich bin Agraringenieurin und habe mich bereits im Studium auf die Pferdewirtschaft konzentriert. Mein letztes Semester habe ich auf dem irischen Nationalgestüt verbracht und dort einen Zucht- und Managementkurs absolviert, direkt im Anschluss wurde ich Assistant Manager auf einem großen Vollblutgestüt. Zur MMAgrar kam ich auf Empfehlung eines Kommilitonen, der nun ein langjähriger Kollege ist.

Auch Sie sind von Corona betroffen, normalerweise sind Sie und auch Kollegen der Allianz viel auf Turnieren oder Messen für interessierte Pferdehalter unterwegs.

Alina Voigt: Das ist es, was mir gerade im Berufsalltag am meisten fehlt. Auch wenn ein Tag auf der Messe lange sein kann, es macht so viel Spaß, den Kontakt zu anderen Pferdebesitzern und Kunden zu haben. Wir haben natürlich auch viele digitale Möglichkeiten, telefonieren jetzt auch viel mehr. Aber das ist nicht das gleiche, ein Highlight wie zum Beispiel das CHIO kann das nicht ersetzen.

Da fragen sich sicherlich einige Pferdehalter: Jetzt wo kaum noch Veranstaltungen stattfinden, was habe ich von einer Versicherung?

Barbara Schütz: Eine Pferde-Lebensversicherung sichert das Pferd in jeder Lebenslage, also auch im Training oder auf der Weide ab. Turniere machen in der Regel nur einen kleinen Teil des „Pferde-Alltags“ aus. Wir haben gemerkt, dass der Absicherungsbedarf gerade jetzt steigt. Die Gründe sind sicherlich vielfältig. Manche Pferdebesitzer können und dürfen ihre Pferde vielleicht nicht mehr wie bisher versorgen und möchten sich deshalb gegen Probleme absichern.

Alina Voigt: Manche Ställe wurden komplett geschlossen für einige Wochen, viele haben Zugangsbeschränkungen, sodass das eigene Pferd teilweise nur anderthalb Stunden am Tag versorgt werden durfte. Die Sorge, dass in der Zwischenzeit etwas passiert, ist bei vielen Besitzern groß. Einige sind vielleicht aber auch wirtschaftlich durch die Pandemie betroffen und einfach froh, dass sie sich im Fall der Fälle zumindest finanziell keine Sorgen um ihr Pferd machen müssen.

Sie haben gemeinsam die neue Pferdeversicherung erarbeitet. Was ist Ihr persönliches Highlight?

Alina Voigt: Mir war ganz wichtig, dass wir das Pferd in jedem Stadium versichern können. Früher musste ich bei Kunden oft ablehnen, ungeborene Fohlen in einem sehr frühen Stadium zu versichern oder auch ältere Pferde. Das alles haben wir möglich gemacht.

Barbara Schütz: Ich wollte, dass wir individueller auf jeden Kunden zugehen können. Das war vorher nur zu einem gewissen Grad möglich, oft hat es irgendwie nicht ganz gepasst. Heute haben wir verschiedene Modelle, zu denen der Schutz gegen unterschiedliche Risiken zugebucht werden kann. Solange das Pferd gesund ist, wenn man die Versicherung abschließt, muss ich schon lange darüber nachdenken, welche Pferde wir nicht versichern können.

Vielen Dank für das Gespräch!

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