Warum die Afrikanische Schweinepest auch für Ackerbauern gefährlich ist

Hallo, Herr Reichenberger. Was hat eine Tierseuche mit dem Getreidefeld zu tun?

Wird ein Wildschwein gefunden, das an der Afrikanischen Schweinepest gestorben ist, kann eine Schutzzone, ein sogenanntes gefährdetes Gebiet, errichtet werden. Dieser kann einen Radius von bis zu 15 Kilometern haben – das sind etwa 70.000 Hektar, eine riesige Fläche also. Innerhalb dieser Zone dürfen landwirtschaftliche Flächen weder bearbeitet noch abgeerntet werden.

Das heißt, der Landwirt muss sein Feld so lassen, wie es zum Zeitpunkt der Sperre ist?

Ganz genau, er darf nicht düngen, bewässern, pflügen oder ernten. Das ist in bestimmten Wachstumsphasen natürlich eine Katastrophe, vor allem weil die Sperre über mehrere Monate hinweg erhalten bleiben kann. Das kann existenzbedrohend sein. Genau für diesen Fall bieten wir die einzige Versicherung auf dem deutschen Markt an.

Warum ist die Münchener & Magdeburger der einzige Anbieter?

Die Änderungen des Tiergesundheitsgesetzes im November 2018 hat die Errichtung eines Ernteverbots erst möglich gemacht. Seitdem besteht ganz klar ein neues Risiko für unsere Kunden, weil die Gefahr des Seuchenausbruchs in Deutschland extrem hoch ist. Wir sehen dieses Risiko und haben deshalb möglichst schnell das neue Angebot entwickelt.

Wann greift die Versicherung?

Die Versicherung leistet, wenn die landwirtschaftlichen Flächen innerhalb des Gefährdungsbezirks liegen und deshalb nicht bearbeitet werden dürfen. Für jeden Einschränkungs- oder Sperrtag erhält der Landwirt pauschal 1/365 der Versicherungssumme für bis zu 12 Wochen, die ersten sieben Tage trägt der Versicherte als Selbstbehalt.

Gibt es in einem solchen Fall keine staatliche Entschädigung?

Doch, es sind Entschädigungen der Bundesländer geplant. Leider steht noch nicht fest, wie genau diese Regelungen aussehen. Das hat aber keinen Einfluss auf die Auszahlung der Versicherung, die ist unabhängig von der Höhe eventueller staatlicher Entschädigungen.

Welche Kulturen kann man versichern?

Die Versicherung ist ein Zusatzbaustein der klassischen Hagelversicherung, wir versichern alle Pflanzen, die auch gegen Hagel versicherbar sind, also alle Kulturen. Dazu gehören zum Beispiel Getreidearten, Mais, Kartoffeln, Gemüse, Obst, aber auch Wein oder Hopfen.

In Nachbarländern werden Zäune errichtet und großräumige Sperren errichtet, um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern. Sehen Sie dem möglichen Ausbruch in Deutschland mit Sorge entgegen?

Wir verfolgen die tagesaktuellen Meldungen genauso wie es die Landwirte tun. Natürlich haben wir Respekt vor der Tierseuche, die Folgen eines Ausbruchs können gravierend sein. Aber wir sind vorbereitet, haben für den Ernstfall genaue Ablaufpläne und Szenarien entwickelt, um unserer Aufgabe nachkommen zu können und dann für unsere Kunden da zu sein, wenn sie uns am meisten brauchen.

 

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