„Teilweise ist über die Hälfte der Früchte zerstört“

Die grünen Äpfel liegen auf der Wiese verteilt zwischen heruntergeschlagenen Zweigen und Blättern. An den Bäumen hängen Früchte mit tiefen Hageleinschlägen. Ein Bild, das sich über die ganze Obstanlage hier in der Gemeinde Dohna in Sachsen erstreckt. Bereits am Pfingstmontag hatte ein heftiger Sturm an den Bäumen gezerrt, dazu kam in der Nacht auf Dienstag auch noch der Hagel. Thomas Härpfer ist Schadeneinsatzleiter bei der Münchener & Magdeburger Agrar (MMAgrar) und als einer der ersten vor Ort. „Ich habe schon oft Hagelschäden gesehen, aber das hier ist eine Katastrophe für die ganze Region“, sagt er und deutet auf die wenigen Äpfel, die noch unbeschädigt an den Bäumen hängen. „Teilweise ist über die Hälfte der Früchte zerstört oder schwer beschädigt.“

 

MMAgrar erwartet Schäden in Millionenhöhe

Martin Heiß, Leiter des Schadenaußendienstes in der Münchener Zentrale, behält den Überblick über die eingehenden Schadenmeldungen. Er rechnet alleine für die Obstschäden in Sachsen mit einer Entschädigungsleistung in Millionenhöhe. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist ein traditionelles Obstanbaugebiet, die Region am Nordrand des Erzgebirges ist geprägt vom Anbau von Kern-, Stein- und Beerenobst wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Erd- und Himbeeren. „Im Gegensatz zu mancher Ackerbaukultur kann sich ein Obstbaum nach dem Fruchtansatz nicht mehr von einem Hagelschlag erholen. Äpfel, die jetzt verloren oder beschädigt sind, können nicht mehr nachwachsen.“

Was eine Naturkatastrophe innerhalb weniger Minuten zerstören kann, stellt auch die Experten der MMAgrar vor eine logistische Herausforderung. „Unsere Experten begutachten nur Kulturen, die sie auch selbst anbauen, weil sie genau dafür Spezialisten sind. Deshalb ziehen wir jetzt unsere Experten für Obst aus ganz Deutschland in Sachsen zusammen, um die Schäden so schnell wie möglich vorzubesichtigen“, erklärt Martin Heiß. Thomas Härpfer ist schon mitten drin und überschlägt auf dem Tablet den möglichen Schaden des Landwirts. Heute nur eine Schätzung, denn wieviel Geld dieser Hagel Anfang Juni die Landwirtschaft in Sachsen gekostet hat, lässt sich erst bei den Endregulierungen kurz vor der Ernte der Kulturen sagen.

Die Gefahr von Sturm und Starkregen wird unterschätzt

Mit dem Hagel gingen auch hohe Niederschlagsmengen und Orkanböen einher, die Felder schnell unter Wasser setzen oder die Kulturen platt gewalzt haben. Viele Landwirte sind gegen Hagel versichert – nicht aber gegen Sturm und Starkregen. Die Folgen eines Gewitters in dieser Vegetationsperiode können aber den Totalausfall der Ernte bedeuten. Martin Heiß dazu: „Viele Landwirte sind sich nicht darüber bewusst, dass sie sich gegen Sturm und Starkregen genauso versichern können wie gegen Hagel.“

Informieren Sie sich hier über geeignete Versicherungsangebote oder wenden Sie sich direkt an Ihren Ansprechpartner der MMAgrar.

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