Tagungen mit Sachverstand

Wenn es hagelt, klingeln die Telefone in der Direktion München schon mal Sturm. Jetzt ist Sachverstand gefragt. Und zwar schnell, besonders wenn der Landwirt kurz vor der Ernte steht. Manchmal sind die Schadensachverständigen sogar im Dauereinsatz. Wenn sie sich einmal im Jahr offiziell zurücklehnen – dann sind Sachverständigen-Tagungen.

Bei besonders schlimmen Wetterereignissen ist den Experten viel abverlangt. Sie müssen nicht nur schnell zur Stelle sein, sondern oft auch mehrere Dutzend Schäden regulieren. Denn Unwetter machen am Feldrand bekanntlich keinen Halt. Dann kommt es auch schon einmal zu übergebietlichen Einsätzen. Vor allem zur Schadenhauptsaison sind die Sachverständigen im Dauereinsatz und regulieren Schäden in der Landwirtschaft. Dabei kennen sie die Schadbilder verursacht durch Hagel, Sturm, Starkregen, Frost und Trockenheit ganz genau – und zwar von Ackerbohnen bis hin zu Zierkürbissen.

Zeit, Rückschau zu halten auf das vergangene Schadenjahr: Welche Schäden haben dominiert?

Das Schadenjahr 2016 hat wieder einmal gezeigt, wie unberechenbar die Natur sein kann. In manchen Gebieten kam es zu einer Schadenquote von bis zu 1.000 Prozent. Werner Kilian, Schadeneinsatzleiter bei der Münchener und Magdeburger Agrarversicherung (MMA) dazu „Das Jahr 2016 wird neben den klassischen Hagelschäden vor allem durch seine vielen Starkregen- und Spätfrostschäden in Erinnerung bleiben. Die Bilder aus Braunsbach und Simbach am Inn haben gezeigt, was die verheerenden Wassermassen anrichten konnten. In der Landwirtschaft waren vollkommen überflutete Felder vor allem bei Kartoffeln leider keine Seltenheit. Aber auch erntereifes Gemüse und Salatsätze haben zum Teil wochenlang in Wasser gestanden. Das sind dann wirklich existentielle Ereignisse für Gemüsebaubetriebe“. Martin Heiß, Leiter Schadenaußendienst bei der MMA, ergänzt „Das Jahr 2016 wird auch durch das Phänomen Tornado in Erinnerung bleiben. Als Versicherer betrifft uns das mittlerweile jedes Jahr.“

Einmal im Jahr kommen alle zusammen. Auf bundesweit sieben Veranstaltungen ist es Zeit, Rückschau zu halten auf das vergangene Schadenjahr. Und es wird genau geschaut: Welche Schäden haben dominiert? Was ist gut gelaufen? Was hätte besser laufen können? Neben fachlichen Gesprächen sind die Sachverständigen-Tagungen eine wunderbare Möglichkeit, bei der sich die Experten untereinander austauschen und Zeit miteinander verbringen können – ohne dass direkt der nächste Schaden ruft und sich die Wege nach einer gemeinsamen Regulierung auf dem Feld wieder trennen.

Und es ist Zeit „Danke“ zu sagen. Danke an alle Sachverständigen, die mit so großem Engagement nicht nur ehrenamtlich tätig sind, sondern auch ihr ganzes Fachwissen einbringen. Und sie wissen, wovon sie sprechen, denn sie sind selbst praktizierende Landwirte. Im Schadenfall ist immer mindestens ein Sachverständiger im Team, der die Kultur selbst anbaut. Insgesamt steht die MMA ihren Kunden mit ca. 500 ehrenamtlichen Schaden­sachverständigen als verlässlicher Partner zur Seite. Dies geht nur mit dem großen Engagement der Experten. Werner Kilian dazu „Besonders schön finde ich, dass auch die Vorstände der MMA an den Sachverständigen-Tagungen teilnehmen. Das drückt meiner Meinung nach die Anerkennung für den Einsatz der Sachverständigen aus und ist eine tolle Wertschätzung.“

Sind nicht gekommen um zu regulieren – sondern um sich zu informieren. Die Schadensachverständigen der Münchener und Magdeburger Agrarversicherung (MMA) bei den Sachverständigen-Tagungen.

Ein besonderes Highlight der Tagungen sind auch die Vorträge der externen Referenten, die geladen sind, um über spannende landwirtschaftliche Themen wie Bodenfruchtbarkeit, Düngeverordnung, Klimaänderung und Quotenregelungen zu referieren. Und bevor es auf den Sachverständigen-Taxen im Sommer wieder auf das Feld zu den praktischen Übungen geht, darf sich heute einmal nicht alles nur um das Thema Schaden drehen.

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