Millionenschäden durch großflächige Spätfröste

Millionenschäden durch großflächige Spätfröste

Ein Spätwintereinbruch Ende April brachte der mitteleuropäischen Landwirtschaft schwere Frostschäden. Viele Obstbauern und Winzer verloren in einer Frostnacht die komplette Jahresernte. Auch in den Ackerbaukulturen sind erhebliche Frostschäden zu verzeichnen, die teilweise erst in den nächsten Wochen sichtbar werden.

Nach fast zehn Jahren mit äußerst warmen Frühjahrsmonaten ist der April 2016 deutlich kälter und feuchter ausgefallen. Zwar waren zum Monatsbeginn mit 25,6 Grad C in Regensburg bereits frühsommerliche Temperaturen registriert worden, am Monatsende jedoch setzte ein massiver Polarluftvorstoß noch einmal den Spätwinter bis nach Südeuropa durch. Am 28.04. wurden in Oberstdorf -7,6 Grad C Lufttemperatur gemessen, ganz Süddeutschland verzeichnete in der letzten Aprilwoche Boden- und teilweise auch Luftfröste. Wintergewitter und kräftige Schneeschauer brachten teilweise noch einmal Schnee – im Schwarzwald bis zu 30 Zentimeter an nur einem Tag!

Die Spätfröste schädigten Beerenobst sowie Kern- und Steinobst während der Hauptblüte schwer. Hier sind insbesondere bei Erdbeeren, Äpfeln und Kirschen gravierende Ernteverluste zu befürchten. Teilweise erfroren Erdbeerblüten sogar unter der schützenden Fliesabdeckung oder froren an dieser fest. Viele Anbauer verzeichnen hier bis zu 50% Ertragsausfall. Auch Weihnachtsbaumkulturen erlitten teilweise erhebliche Frostschäden an den neuen Trieben.

Im Weinbau wurden insbesondere Lagen in den Anbaugebieten Franken und Württemberg geschädigt. Einzelne Gemeinden haben Totalschäden durch die Spätfröste zu verzeichnen – trotz intensiver Frostschutzmaßnahmen durch Frostkerzen, Strohfeuer oder Überflügen mit Helikoptern. Auch in der Pfalz und in Rheinhessen wurden einzelne Lagen geschädigt. Werner Kilian, Schadeneinsatzleiter in Unterfranken, berichtet: „Die Hälfte der bundesweit bis Mitte Mai eingegangenen Schadenmeldungen sind Frostschäden. In den Weinbergen sind teilweise 80% der jungen Triebe erfroren. Wir werden beobachten, ob die Beiaugen einen Teil der Schäden kompensieren können.“

Insgesamt wurden der Münchener & Magdeburger Frostschäden auf mehr als 2.500 Hektar Fläche mit einer Versicherungssumme von über 13 Mio. Euro gemeldet. „Wir rechnen damit, dass uns die Spätfröste bei den versicherten Obst- und Weinbaubetrieben einen sechsstelligen Schaden bringen werden. Leider ist die Versicherung gegen Spätfröste in der deutschen Landwirtschaft noch relativ selten ein Thema auf den Betrieben, obwohl diese Versicherungsprodukte bereits seit vielen Jahren angeboten werden“, ergänzt Dr. Sigmund Prummer, Schadenvorstand des Agrarversicherers.

Trotz allem sind die deutschen Landwirte noch glimpflich davon gekommen. In Österreich sind in den Bundesländern Steiermark, Burgenland und Niederösterreich katastrophale Frostschäden zu verzeichnen. Die Österreichische Hagelversicherung kalkuliert mit einem Gesamtschaden von deutlich über 200 Mio. Euro. Dort ist mittlerweile für existenzgefährdete Betriebe ein staatliches Nothilfeprogramm angelaufen.

Die Münchener & Magdeburger bietet umfassende Möglichkeiten, Ackerfrüchte, Weinreben und Erdbeerkulturen gegen Frostschäden zu versichern.

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