Die Afrikanische Schweinepest rückt näher - hohes Risiko für deutsche Schweinebetriebe

Die Bedrohungslage der Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist so hoch wie noch nie zuvor. Seit Beginn des Jahres 2018 hat das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) – in nur 16 Tagen – bereits 285 Neuerkrankungen in Europa festgestellt, davon 106 in Deutschlands direkten Nachbarländern Polen und Tschechien. Die Schweinepest rückt immer näher an die deutschen Grenzen heran.

Selbst wenn die Seuche nicht auf dem eigenen Betrieb ausbricht, stellt die Errichtung eines Sperrbezirks eine Existenzbedrohung für den Landwirt dar.

Was genau ist die ASP?

Die ASP ist eine fieberhafte, anzeigepflichtige Tierseuche der Schweine, mit unspezifischen Symptomen, die durch ein sehr widerstandsfähiges Virus ausgelöst wird. Vom klinischen Krankheitsbild unterscheidet sie sich nicht von der Europäischen Schweinepest. Die Ansteckung erfolgt durch direkten Tierkontakt beziehungsweise über sogenannte Vektoren wie zum Beispiel Blut oder infizierte Speisereste. Für den Menschen ist die ASP allerdings ungefährlich.

Wie wird die ASP übertragen?

Besondere Gefahr besteht laut FLI durch Wildschweine, welche die ASP untereinander verbreiten und diese in weite Gebiete verschleppen können. Bis zu 7 Monaten ist das Virus in Kadavern und blutverseuchtem Boden. Tote Wildschweine bilden dadurch noch lange nach ihrem Tod ein infektiöses Erregerreservoir. Allerdings spielt auch der Mensch eine besondere Rolle, der durch den internationalen Handel und dessen Transportwege die Krankheit verbreitet. Weggeworfene und kontaminierte Essensreste an den Transitautobahnen von Ost nach West gelten als besonders risikoreich und gefährlich im Zusammenhang mit der Übertragung dieser Tierseuche. So ist das Virus zum Beispiel bis zu ein Jahr in Rohwurst und Fleisch vermehrungsfähig und infektiös. Transit-LKW- und PKW-Fahrer aus Osteuropa werden aufgefordert keine Lebensmittel während der Rast unachtsam zu entsorgen.

Wie erkennt man eine Erkrankung der Tiere?

Von der Infektion betroffene Tiere entwickeln sehr schwere, aber unspezifische Symptome. Neben Fieber, Fressunlust, Schwäche, Bewegungsstörungen, Durchfall, Blutungsneigung können auch Atemprobleme auftreten. Eine Verwechselung mit anderen Schweinekrankheiten ist möglich. Deshalb empfiehlt das FLI bei unspezifischen Krankheitssymptomen immer auch auf die ASP untersuchen zu lassen.

Welche Folgen hat ein Ausbruch der ASP für einen betroffenen Landwirt?

Eine Impfung ist nicht möglich. Bei Ausbrauch im eigenen Betrieb bedeutet dies für den Landwirt die sofortige Keulung und unschädliche Beseitigung aller gekeulten Tiere. Zusätzlich wird ein Sperrbezirk mit einem Radius von 3 km und ein Beobachtunggebiet mit einem Radius von weiteren 7 km um den betroffenen Betrieb errichtet.

Um den Ausbruchsbetrieb wird ein Sperrbezirk und ein Beobachtungsgebiet errichtet.

Die Tierseuchenkasse ersetzt den gemeinen Marktwert der gekeulten Tiere und trägt die Kosten für die Keulung des Tierbestandes, die durch das Veterinäramt angeordnet wird. Die Kosten für den Ertragsausfall, die durch den Leerstand und den Ausfall der Produktion entstehen, trägt der Landwirt selbst. Außerdem fallen schadensbedingte Zusatzkosten an, zum Beispiel für die Reinigung und Desinfektion sowie für die Entsorgung von Mist und Gülle.

Selbst wenn die Seuche nicht auf dem eigenen Betrieb ausbricht, stellt die Errichtung eines Sperrbezirks oder Beobachtunsgebiets eine Existenzbedrohung für den Landwirt dar. Die Errichtung eines Sperrbezirks hat vor allem Verkaufs- und Lieferbeschränkungen zur Folge. Leere Mastplätze können während dieser Zeit nicht wieder belegt werden und verkaufsfähige Ferkel und Mastschweine dürfen die betroffenen Betriebe nicht verlassen. Das ausgerufene Liefer- beziehungsweise Verkaufsverbot bedeutet für einen betroffenen Betrieb einen erheblichen Ertragsschaden, weil neben den fehlenden Einnahmen auch die laufenden Produktionskosten anfallen.

Welche Versicherungsmöglichkeiten gibt es?

Die Münchener & Magdeburger bietet Schweinehaltern einen umfassenden Schutz durch eine Ertragsschadenversicherung. Diese sichert betroffene Betriebe vor den existenzbedrohenden finanziellen Folgen im Ertragsschadenfall ab – egal, ob ein Betrieb direkt oder indirekt von einer Sperre betroffen ist.

Welche Gefahren sind versicherbar?

Versicherbar sind alle anzeigepflichtigen Tierseuchen, wie die Europäische und Afrikanische Schweinepest, die Maul- und Klauenseuche und die Aujeszkysche Krankheit. Zudem sind übertragbare Krankheiten, Unfalltod im Tierbestand sowie Diebstahl und Kontamination durch Schadstoffe versicherbar – je nach gewünschtem Versicherungspaket.

Was ist versicherbar?

Versicherbar sind Tierverluste, Verminderung der tierischen Produktionsleistung, Wertminderung der tierischen Erzeugnisse, Unterbrechung des Produktionsverfahrens, Lieferverbote, Verkaufsbeschränkungen und Mehrkosten, die durch den Schadenfall entstehen.

Versicherungsoptionen im Überblick.

Welche Entschädigungsarten gibt es?

Die Münchener & Magdeburger bietet zwei Entschädigungsmodelle an – das Pauschale-Modell sowie das Deckungsbeitrags-Modell. Im Pauschal-Modell erfolgt die Entschädigung nach zuvor festgelegten pauschalen Werten, im Deckungsbeitrags-Modell wird die tatsächlich entstandene Minderung des Deckungsbeitrags entschädigt.

Suchen Sie einen persönlichen Ansprechpartner? Unsere Experten stehen Ihnen gerne beratend zur Seite. Ihren persönlichen Ansprechpartner finden Sie hier: Mein Ansprechpartner vor Ort

Weitere Informationen finden Sie auch in unserem Produktsteckbrief Ertragsschadenversicherung für die Schweineproduktion.

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